Ohne Chemo geht es auch
Ohne Chemo geht es auch

(Ductale) Carcinoma in Situ

(Ductale) Carcinoma in Situ - (D)CIS

 

So nennt man die Krebsvorstufen (Präkanzerosen), krankhafte Wucherungen, die noch keine Fähigkeit zur Streuung besitzen und in dem Gewebe, an dem Ort (in Situ) verbleiben, wo sie sich bildeten.

Ist die sogenannte Basalmembran (die befindet sich zwischen unterschiedlichen Geweben, z.B. zwischen Epithel- und Bindegewebe. Sie ist nur im Lichtmikroskop erkennbar) intakt, verbleiben die Zellen in ihrer angestammten Schicht.

CIS entstehen oft in den Milchgängen (ductal, Ductuli) und verbleiben auch dort. Auch in den Drüsenläppchen (Lobuli, LCIS) können sie sich bilden, was aber viel seltener geschieht. Außerdem neigen sie nur sehr selten zu invasivem Wachstum. Entgegen dem echten Mammakarzinom sind diese Formen eher harmlos.

 

Solche Frühkarzinome sind immer heilbar, weil sie kein wirklicher Krebs sind – keine „Tochterzellen“ ausstreuen, die bei den meisten Krebspatienten später in Form von Zweitkrebsen/ Metastasen zum Tod führen. Ein Primärtumor führt selten zum Tod!

Sobald jedoch solches Gewebe die Basalmembran zwischen den  Gewebe-Schichten durchbricht, beginnt es invasiv zu wachsen. In großen DCIS Herden, über 2cm, können im Inneren invasive Stellen vorhanden sein, die man evtl. bei der Stanze finden kann. Dann wird der höchste Aggressionsgrad angegeben, obwohl im Prinzip nur ein Teil der Zellen bösartig ist.

 

DCIS machen etwa 15 % aller Mammakarzinome aus. Etwa die Hälfte  davon kann im weiteren Verlauf  des Lebens - 10 bis 20 Jahre - in invasives Wachstum übergehen.

Diese Präkanzerosen sind eines der Ziele des Mammographie-Screenings und werden als sogenannte Mikrokalzifikationen dargestellt, die man per Vakuum-Biopsie auch punktieren kann. Sie sind mit bloßem Auge meist nicht zu erkennen! Symptome gibt es recht selten, bis man sie – oft während einer Routine-Mammographie zur Vorsorge - entdeckt. Sehr selten bilden sie solide Tumoren, die man tasten kann, manchmal sondert die Brustwarze ein blutiges Sekret ab. Auch Schmerzen treten sehr selten auf. Sie sind zu 100 % heilbar und die Fälle werden wohl gern in die Krebsstatistiken aufgenommen,  um diese zu beschönigen.

Diese befallenen Stellen sollen rechtzeitig und vollständig entfernt werden, um späterem Brustkrebs vorzubeugen. Gute Idee. Doch es wird zu oft auch mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

 

Das DCIS wird anhand seiner Morphologie auch in verschiedene Grade unterteilt – nach einer Klassifikation der WHO. Dabei geht es um den Kernmalignitätsgrad (low, intermediate, high) und die Aggressivität wird anhand des Kerndurchmessers der „Tumorzelle“ ermittelt. Je höher desto aggressiver, sagt man. Doch da gibt es eben auch das Problem, dass man einer Krebszelle nicht unbedingt ansieht, ob sie wirklich bösartig ist. Mein 3 cm Tumor wurde als sehr aggressiv eingestuft und trotzdem streute er nicht…Echter Krebs streue bereits, wenn der Tumor nur wenige Milllimeter groß ist, heißt es. Es gibt viele Frauen, die nur einen Tumor haben, keine LK befallen sind oder sich Zweitkrebse irgenwo im Körper angesiedelt hätten. Und bei anderen findet man zuerst die Ableger und muss oftmals den Primärtumor suchen.

Liegen mehrere unterschiedliche Grade in einem Tumor vor, wird immer der höchste Grad in der histologischen Diagnose angegeben. Was heißt, lieber eine aggressive Therapie als gar keine. Oft also auch Übertherapie. Wäre die konventionelle Krebstherapie nicht so aggressiv und schädigend, wäre das ja o.k.

 

Therapie: eigentlich genügt es, den Herd zu entfernen. Die Chirurgen entfernen das befallene Gewebe weit im Gesunden, nach EU-Richtlinien, heißt, es wird ein bestimmter Sicherheitsabstand eingehalten (meist 10 mm). Bei großen Herden und kleiner Brust ist der Busen schnell amputiert! Ansonsten kann meist brusterhaltend operiert werden. Manchmal ist der DCIS größer als der Kalbereich, womit die OP größer ausfällt, als gedacht.

Obwohl diese DCIS noch kein Krebs sind, steht die Angst vor Rezidiv oder dem Übergang zu invasivem Wachstum (bei nicht Operation) im Vordergrund.

Träger von DCIS haben ein erhöhtes Risiko, Krebs zu bekommen. Aber - Unerkannt, könnte Frau noch viele Jahre ungestört damit leben, manch eine ohne irgendwelche Probleme bis zum Lebensende.

Doch das Sicherheitsdenken steht oft vor der Vernunft! Die Entfernung des DCIS dient also der Prävention von Brustkrebs (Vorsorge). Es könnte ja irgendwann... Man könnte jedoch auch irgendwann einen tödlichen Autounfall haben!

 

DCIS sind nicht tast – und sichtbar und müssen deswegen vor der OP markiert werden. Das kann schon während der Stanzbiopsie geschehen, indem schwarze Tinte eingespritzt wird (soll harmlos sein) oder man markiert die Stelle mit feinen Nadeln, die vor der OP unter Röntgenkontrolle (wieder viel Strahlenbelastung) im Kalkbereich platziert werden.

Eine OP in der Achselhöhle ist nicht erforderlich. Lymphknoten müssen nicht entfernt werden, sofern die Diagnose beständig bleibt. Eigentlich wäre durch das Entfernen des DCIS die Krankheit geheilt. Und es könnte alles gewesen sein, obwohl diese ganze Tortur in meinen Augen schon wieder viel zu extrem ist.

 

Ich würde, im Falle eines DCIS abwarten, oder nur den Herd – ohne Sicherheitsabstand – herausoperieren lassen. Oder am besten noch, es auf andere Weise versuchen, diese Kalzifikationen wieder los zu werden. (ECT) Wichtig ist auch, dass die Brust genug Bewegungsfreiheit hat. Ich trage schon lange keinen BH mehr, lass die Möpschen springen, wie es ihnen gefällt. ;-)

 

Doch die Schulmedizin geht einen Schritt weiter. Die Chemo-Gifte werden selten bei DCIS gegeben, eigentlich gar nicht. So sagt man jedenfalls. Ich denke jedoch, dass sich genug Frauen aus Angst sicherheitshalber doch einen Zyklus verpassen lassen. Vielleicht erfährt man ja mal was Genaueres darüber. Leider reden Betroffene, die die Schulmedizin machen ließen, nicht gern darüber. Vor allem nicht mit Frauen wie mir, die sich dieser Vergiftung, Verstrahlung und Verstümmelung widersetzten. ;-)

In den meisten Fällen - je nach Größe und VNPI-Wert (Van Nuys-Prognose Index) wird eine Bestrahlung angeraten, was das Risiko eines Rezidivs senken soll. Ein Überlebensvorteil soll aber nicht bestehen, besser gesagt, konnte noch nicht nachgewiesen werden. Ergo könnte man sie auch weglassen. Das wäre gesünder… Ich denke da nämlich schon wieder in die andere Richtung, denn die Strahlen – die ja großflächig angewandt werden - können viel Unheil anrichten, wenn man Pech hat (Verbrennungen oberflächlich, Verletzungen von Herz und Lunge und Lymphbahnen, Veränderung der DNS– Krebsgefahr). Doch das bleibt außen vor. Hauptsache Patient bekommt seine Dosis.

Wer Pech hat (positiver Östrogen-Rezeptor), bekommt noch eine Zusatzbehandlung mit Tamoxifen aufgeschwatzt. Sie hat jedoch bei den meisten Patienten wenig Nutzen, schadet jedoch immens wegen der Nebenwirkungen und wird deswegen auch nicht mehr jedem empfohlen. Vor allem, wozu soll die gut sein, wenn es noch gar kein echter Krebs war??? Tamoxifen soll nach wirklichem Krebsbefall die übriggebliebenen Krebszellen in Schach halten. Es ist nicht so aggressiv wie eine Chemotherapie und hat nicht ganz so schlimme Nebenwirkungen. Oft wird das T. fünf Jahre gegeben. Manchmal wird die AHT auch länger gemacht. Es soll u.a. die Rate der invasiven Rezidive und Mammakarzinome in der anderen Brust senken.

Tja, die Mediziner empfehlen immer eine Behandlung der DCIS, aber nur von Experten. Oftmals ist die Therapie unnötig…Meine Meinung.

 

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© Ramona Uhlisch