Ohne Chemo geht es auch
Ohne Chemo geht es auch

Veränderungen der Brustdrüse der Frau

Im Bild oben (ebenso aus dem Buch Operation Ja oder nein von J.H.) sehen Sie die Erkrankungen der Brustdrüse dargestellt. Vier Arten von Knoten können Brustkrebs vortäuschen. Das sind der Disharmonie-Busen (Mastopathie), isolierte Zysten, Fibroadenome und Papillome oder Polypen. Doch wie im Buch von Hackethal, möchte ich zuerst den Aufbau der Brust beschreiben, damit jede Frau besser Bescheid weiß. Ich finde es wichtig zu wissen, wie es in uns aussieht.

Die weiblichen Brustdrüsen sind „Zubehörteile der Haut, ebenso wie Haare, Nägel, Talg- und Schweiß – und Duftdrüsen.“ Sie ähneln besonders den Duftdrüsen in der Achselhöhle und den Leistenbeugen z.B.  Die Geruchsstoffe werden nicht nur in deren Zellleibern produziert, sondern es werden Zellen direkt in den Duftstrom abgeworfen. Gleiches tun auch die Milchdrüsen. Diese Art Saftproduktion wird apokrine Sekretion genannt. http://symptomat.de/Apokrine_Sekretion

 

Leider sind die meisten Frauen nicht mit harmonischen Brustdrüsen gesegnet. Bei vielen besteht Disharmonie. Bei mir auch.

 

Pathologen haben bei Verstorbenen die Brustdrüsen systematisch untersucht und das festgestellt. Zu J. Hackethals Zeiten waren das um die 95 % der Frauen, die es betraf. (R.Bässler, Die Pathologie der Brustdrüse, 1978). Also kann man sagen, dass ein Disharmonie-Busen normal ist. Im Fachjargon kennt man das unter vielen Bezeichnungen wie: zystisch-fibröse Mastopathie, Zystenmamma, Mamma-Dysplasie usw…

 

Die Busenbirnen (BB) (Drüsenläppchen) in einer solchen Brust sind ungleichmäßig angeordnet, weil „Formabweichungen im Bereich der Busenbeeren – bzw. Dolden, sowie der abführenden Dolden-, Zweig- und Astkanäle, bzw. Milchgänge“ bestehen. Das Zwischengewebe ist auch beteiligt.

Sind die „Abfuhrkanäle“ durch Schleimhautschwellung oder verdicktem Drüsensaft verstopft, gibt es Rückstau, wobei die BB sich erweitern und sich Ausstülpungen in den Gängen bilden- sogenannte Zysten (an Beeren oder Dolden). Vermehrt sich dazu noch der Faseranteil des Zwischengewebes um die BB herum nennt man das dann fibrös (blasig-fasrig).

Hackethal schreibt, dass so ein Disharmonie-Busen (DHB) eine Zivilisationskrankheit sei und so oft auftritt, weil wir zu spät oder gar keine Kinder bekommen. Frauen, die beizeiten (17/18 jährig) nacheinander mehrere Kinder geboren und gesäugt haben, neigen selten zu DHB und erkranken seltener an Brustkrebs.

Beschwerden, die ein DHB verursacht, sind meist hormonbedingt. Aber mit Spannungs- und etwas Druckschmerz lässt es sich leben.

 

Und nun etwas wichtiges: Diese Probleme sind in den meisten Fällen auf zu viel Östrogen und zu niedrigen Progesteron-Spiegel zurückzuführen. Man nennt das Östrogendominanz.

 

„Bei einem Disharmonie-Busen kommt es niemals zu Einziehungen der Oberhaut“ – wie bei Krebs.

 

Bei einer Mammographie können beim DHB vermehrt Mikroverkalkungen vorhanden sein, je ausgeprägter der Befund Disharmonie ist.

„Mammografisch betrachtet ist der Disharmonie-Busen der Affe unter den Brustdrüsenkrankheiten bzw. –Veränderungen: Von der umschriebenen Brustentzündung, bis zur großen Einzelzyste, vom Fibroadenom (=Bindegewebsgeschwulst) bis zum Krebs äfft er alles nach. Eine absolute Sicherheit in der Abgrenzung gibt es nicht.“

Deswegen ist eine Mammografie bei solch DHB nicht aussagekräftig. Das war sie bei mir auch nicht! Man kann sich also diese sinnlose Verstrahlung sparen. Mittlerweile sagen sogar Ärzte, dass man keine Mammografie machen solle. http://www.zentrum-der-gesundheit.de/mammographie.html

 

Unter dem Mikroskop fallen v.a. die zystischen Erweiterungen der Beerenkammern, Dolden-, Zweig- und Astkanäle auf.

Man findet auch:

-verdichtetes Bindegewebe

-Schleimhautbelag-Veränderungen der Busenbeeren und-kanäle (Wucherung, Schrumpfung)

-knospenartige Zellwucherungen

-punktartige Milchzellanhäufungen

-Mikroadenome (Bindegewebswucherungen)

-abgestoßene Epithelzellen und Milchtropfen in den mit Drüsensaft gefüllten Lichtungen der Beeren und Kanäle

-Anhäufungen von Entzündungszellen im Zwischengewebe (Reparaturvorgänge)

 

Damals gab es drei Grade des Disharmonie-Busens. Der 3. Grad der Mastopathie heißt auch proliferierende Dysplasie oder proliferierende Mastopathie. (Proliferation= Wucherung durch Zellvermehrung)

Mastopathie 3. Grades gilt als Präkanzerose, Krebsvorstufe.

Definition: „Herdförmige Zellwucherung mit Zellumbildung (Meta-Dysplasie),die häufiger als Normalzellen krebsig entarten, aber nicht zwangsläufig krebsig werden müssen.“

 

Hackethal stellt weiterhin fest, dass die Zahl der unnötig amputierten Frauenbrüste durch Fehldiagnostizierte Disharmonie-Busen Grad 3 riesengroß sei. Es gebe sehr viele Grenzfälle. In der heutigen Zeit ist das gewiss nicht anders. Es wird zu schnell operiert und zu viel weggeschnitten. Auch mir wollte man die gesamte Brust und die Lymphbahnen entfernen, obwohl der Tumor örtlich begrenzt war.

Wer Bescheid weiß, dass ein Disharmonie-Busen bei geschlechtsreifen Frauen fast normal ist (95 %), sollte eine Mastopathie nur in gewissen Ausnahmefällen als Präkanzerose werten. Leider ist es in der Schulmedizin so, dass man erst „gutartig“ werten darf, wenn durch weitergehende Diagnostik (nach der Tast – und Ultraschalluntersuchung) ein Karzinom ausgeschlossen werden kann.

So sagte man mir ja auch: So lange die Gutartigkeit nicht erwiesen sei, sehe man den Knoten als bösartig an! (Also musste ich zur Stanzbiopsie und ein MRT machen.)

 

Was heißt das? Dass fast alle geschlechtsreifen Frauen wegen ihrer Disharmonie-Busen irgendwann einer Biopsie zugeführt werden müssten. Und oft ist es gewiss auch so, dass in Verdachtsfällen unnötige Geschütze aufgefahren werden…

Und eine Mastopathie ist kein Grund, sich einer Biopsie zu unterziehen oder noch Schlimmerem – wie einer Operation – außer, sie macht Probleme.

Leider werden heutzutage durch die Vorsorgeuntersuchungen zu oft solche Fehldiagnosen gestellt. Es werden „Krebse“ behandelt“, die (noch) keine sind oder noch schlummern (verkapselt sind). Und schlafende Hunde soll man nicht wecken. Sticht man jedoch z.B. während einer Stanzbiopsie in dieses Wespennest, werden tausende Krebszellen durch Blutgefäße und Lymphbahnen in den Körper geschwemmt. Das wird jedoch abgewiegelt: Biopsien seien sicher, heißt es. Naja.
Hackethal war auch immer der Meinung, dass man nach einer Biopsie sofort operieren solle, um ein Ausbreiten des Krebses zu unterbinden. Bei mir hat man über eine Woche gebraucht, von der Stanze bis zur Enddiagnose.

 

Wer einen Disharmonie-Busen hat, sollte auf synthetische Hormone verzichten. Ebenso auf die Pille. Außerdem sollte jede Frau ihre Brüste pflegen, massieren, Duschen, Trockenbürsten. Das Massieren kann auch der Partner übernehmen.

Natürliche Hormone seien akzeptabel, meint Hackethal. Dem stimme ich zu. Ich nehme selber welche (DHEA, Östriolcreme) Das, was Prof. Hackethal schreibt ist heute noch anwendbar. Vieles hat jedoch einen moderneren Namen erhalten. ;-)

 

Isolierte Zysten entstehen durch die Verstopfung eines Milchkanals. Oft sind OP-Narben dafür verantwortlich, weil die meisten Chirurgen wohl kaum Rücksicht auf den segmentalen Aufbau der Brust nehmen (BB). Es gibt keine so detaillierten Darstellungen der Brustdrüse, wie in diesem Buch. Ich jedenfalls fand keine. Andererseits interessiert das wohl auch die wenigsten Ärzte.

Isolierte Busenzysten erkennt man mit Hilfe einer starken Taschenlampe. Man durchleuchtet im Dunkeln die Brust gezielt auf die Zyste hin. Diese erscheint dann hell. Werden Zysten zu groß, kann man sie absaugen oder aber auch rausschneiden lassen. Oft gehen sie aber von selbst zurück. Meine stören mich z.B. gar nicht.

 

Ein „Fibro-Adenom ist ein solider Knoten aus Beerenzellen, begleitet von gewucherten Bindegewebsfasern der Umgebung.“ Oft entstehen sie zwischen 20 und 30. Auch Frauen, die die Pille nehmen, sind stärker betroffen von diesem gutartigen Tumor. Diese Knoten sind gut verschiebbar. Nur bei eindeutigem Wachstum sollte operiert werden. Und v.a. sollte man die Pille und alle anderen synthetischen Hormone absetzen, weil die oft der Wachstumsgrund sind.

 

Das Mamma-Papillom entwickelt sich meist in den größeren Milchgängen, selten in einer Zyste.“ Es ist eine warzige bis blumenkohlartige Schleimhautwucherung. Sie sehen aus wie Polypen und man kann sie nur unter dem Mikroskop unterscheiden. Sie bluten sehr oft – „Symptom der blutenden Mamma“. Es sollte operiert werden, wenn es Probleme macht.

 

Raubtierkrebs: = bösartig, rasches, zerstörerisches Wachstum an einer oder mehreren Stellen im Körper, Folge: Verstümmelung, Lebensverkürzung

 

Krebsid: Gewebsveränderung, die mikros – und/oder makroskopisch dem Krebs ähnelt. Es ist ohne Beobachtung der Entwicklung nicht sicher als Krebs einzustufen.

 

Haustierkrebs: sieht dem aggressiven Krebs im Mikroskop zum Verwechseln ähnlich.

 

„Die Diagnose Raubtierkrebs kann man in der Regel nur aufgrund einer Entwicklungsbeobachtung stellen.“
Die Entwicklung dauert meist viele Jahre bis Jahrzehnte. Man spricht von mindestens 7-10 Jahren. Es gibt auch Ausnahmen. Meist wächst so ein Tumor in Schüben. Die meisten Krebsherde sind unterschiedlich aufgebaut, was die Reifungsgrade angeht.

 

Ein bösartiger Tumor beginnt mit dem Entstehen eines Krebsherdes in den Busenbirnen, meist im Beeren-Dolden-Bereich, seltener in den größeren Milchgängen. Zunächst bleibt er am Ort. Bald folgen der Befall der regionären Lymphknoten und danach das erkennbare Wachstum von sogenannten Metastasen in und an Organen oder Knochen. Oftmals entdeckt man zuerst die Fernmetastasen und muss dann nach dem Primärtumor suchen.

Je kleiner der Knoten ist und je längsamer er wächst, je vorsichtiger sollte man mit der Diagnose Raubtierkrebs umgehen.

Zeichen von (Raubtier)Krebs:

-Tastbare Verhärtung mit Einziehung der Busenhaut!!! Im Busenkörper, Warze und Umgebung. (Coopersche Bänder)

-je weniger Druckschmerz, je größer der Raubtierverdacht

-chronische Ekzeme der Brustwarze o. chron. Geschwüre an der Busenhaut sind auch verdächtig

„Die seltenen höchst bösartigen Raubtier-Krebs-Formen widerstehen ohnehin jeglicher Therapie.“

Jede OP bei aggressivem Krebs bedeutet Gefahr: ausstreuen von Krebszellen in die Umgebung; Schwächung des Immunsystems – v.a. gegen Krebs; Schwächung der speziellen Krebsabwehr und vieles mehr.

 

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© Ramona Uhlisch